Was unterscheidet Otoplastik vom einfachen Gehörschutz?

Eine Otoplastik ist ein individuell angefertigter Gehörschutz, der im Ohr getragen wird, ein einfacher Gehörschutz ist ohne individuelle Anpassung. Drei Aspekte stehen bei der Anpassung im Mittelpunkt:

  • Maßanfertigung an das individuelle Ohr
  • Auswahl des richtigen Filters und
  • Anwendung des richtigen Materials für den Einsatzzweck.

Diese haben eine klares Ziel: Hoher Tragekomfort und dadurch hohe Anwenderakzeptanz.

Wer bei einem Konzertbesuch oder ähnlichem bereits Erfahrungen mit einem Standardgehörschutz sammeln durfte, bemerkt schnell, dass unsere Ohren extrem empfindlich sind. Ohrmuschel und im Besonderen der Gehörgang erzeugen unmittelbar Druckschmerz bei mechanischer Belastung der sich mit zunehmender Tragedauer potenziert. Das tägliche Tragen bei der Arbeit wird dadurch von vielen Anwendern verweigert. Dramatisch, denn Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste anerkannte Berufskrankheit Deutschlands. Individuell angepasster Gehörschutz – auch Otoplastik genannt – schmiegt sich perfekt Ihrer Anatomie an und erzeugt keinerlei Fremdkörpergefühl und wird daher gern getragen.  

Bei vielen Arbeitgebern gibt die Arbeitssicherheit Material und Filter anhand der Lärmbereiche und zu erzielenden IFA Zulassungen wie Signalhören für Fahrzeugführer oder Triebfahrzeugführer im Werk vor. Hierzu beraten wir Sie natürlich auch gern.  

Gehörschutz ist ab einem Lärmpegel von 80 Dezibel vorgeschrieben. Schon eine stark befahrene Straße kann eine solche Lautstärke entwickeln. Zum Vergleich erzeugt ein Gespräch bereits rund 45 Dezibel - siehe dazu auch unseren Bericht „Das Gehör verbindet uns – die Notwendigkeit des betrieblichen Gehörschutzes.“

Viel schneller, als viele von uns glauben ist Gehörschutz notwendig und sogar gesetzlich vorgeschrieben, ab 85db(A) besteht sogar Gehörschutztragepflicht durch die Mitarbeiter.

Ein wesentlicher Vorteil von Gehörschutz Otoplastiken ist die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation der Schutzwirkung für Anwender und Arbeitgeber. Hierfür wird nach der Erstellung beim Anwender am Arbeitsplatz eine Funktionskontrolle durchgeführt um die volle Leistungsfähigkeit sicher zu stellen und abschließend diese schriftlich dokumentiert. Ferner wird bei Abgabe in die Handhabung und Pflege eingewiesen.

Hier liegt ein großer Unterschied zu z.B. Einwegstöpseln, deren korrekt tiefes Einsetzen und Anwenden viel Übung und Schmerzunempfindlichkeit bedarf. Falscher und zu flacher Sitz reduziert die Dämm- und Schutzwirkung erheblich. Solche Probleme sind bei den perfekt sitzenden eigenen Otoplastiken kein Thema. Die Funktionskontrolle ist zudem die Gewährleistung für den Arbeitgeber, dass er seiner Versorgungspflicht nachgekommen ist und dokumentiert, dass ordnungsgemäßer Arbeitsschutz zur Verfügung gestellt und der Anwender in der Nutzung unterwiesen wurde. Damit ist die vorgeschriebene Dokumentationspflicht für die Gewährleistung erfüllt.

Ob eine Otoplastik aus Acryl (linke Abbildung) oder Silikon (rechte Abbildung) besser ist, kann mit einer Arbeitsplatzanalyse und Abfrage der spezifischen Anforderungen/Vorlieben des Anwenders festgelegt werden. (Foto © ForSec)
Ob eine Otoplastik aus Acryl (linke Abbildung) oder Silikon (rechte Abbildung) besser ist, kann mit einer Arbeitsplatzanalyse und Abfrage der spezifischen Anforderungen/Vorlieben des Anwenders festgelegt werden. (Foto © ForSec)

Einsatzorte für den betrieblichen Gehörschutz

Welche Arbeitsnehmer brauchen eine Otoplastik? Diese Frage beschäftigt den Einkauf, die Arbeitssicherheit und auch die Mitarbeiter selber. Es kommen viele Gewerke in Frage, denn Lärmbereiche ≥ 80 Dezibel sind schnell erreicht.  

  • Handwerker: Bei Bohren, Hämmern oder Sägen werdend die Grenzwerte überschritten
  • Landschaftsgärtner: Der Laubbläser und Rasenmäher sind Schallquellen, die Gehörschutz erfordern
  • Mechatroniker: Bei Reifenwechsel ist der Schlagschrauber im Dauereinsatz

Nicht jeder Lärmarbeitsplatz ist so einfach zu identifizieren wie ein Job in der Motorenwartung oder Brauerei. Aber schon bei mehreren Personen im Büro kann eine Otoplastik den Arbeitsalltag erleichtern, denn die Augen können Sie schließen, die Ohren nicht.

Wie und wie oft sollte ich die Otoplastik reinigen?

Der Gehörschutz sollte nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Zum gründlichen Reinigen und Desinfizieren empfehlen wir die OtoVita Pflegeserie. Zur Reinigung halten Sie das Filtersystem mit dem Daumen zu und reiben Sie die dem Ohr zugesandte Oberfläche mit einem OtoVita Feuchttuch ab. Reinigen Sie die Filter nicht mit scharfen/spitzen Gegenständen oder Bürsten, da diese die Membran beschädigen können. Der Kontakt mit aggressiven Reinigungs- und Lösungsmitteln (z.B. Aceton) muss vermieden werden! Schützen Sie die Otoplastiken für extremen Temperaturen und bewahren Sie sie in der mitgelieferten Verpackung auf.

Es ist wichtig die Filter regelmäßig auf Verunreinigungen, Ablagerungen und Verstopfungen zu überprüfen, da diese die Klangqualität und die Dämmwirkung der Filter beeinträchtigen können. Sollten Sie eine Verunreinigung der Filter feststellen, empfehlen wir Ihnen, den Gehörschutz von Fachpersonal /z.B. Akustiker) reinigen zu lassen.

Wieso gibt es Gehörschutz aus Silikon und aus Acryl?

Welche Materialversion speziell für den einzelnen Anwender der optimale Gehörschutz ist, sollte nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt genau aus diesem Grund für Otoplastiken bei ForSec unterschiedliche Materialien und Filter. Silikon ist grundsätzlich weicher als Acryl und sitz aufgrund seiner Oberflächenstruktur bei Kau- und Sprechbewegungen die sich auf den Gehörgang auswirken stabiler. Störgeräusche z.B. durch Kontakt von Telefon und Ohr dämmt das weiche Material Silikon gut ab. Acryl bietet die höchste Dämmwirkung und ultimative Langlebigkeit. Bei Arbeiten in staubiger Umgebung z.B. Arbeiten mit der Flex überzeugt das Material durch einfache Reinigung. Welches Material für Ihren Arbeitsplatz am besten ist analysieren wir gern mit Ihnen.   

Passend zu Ihrem industriellen Lärmarbeitsplatz filtern die bei uns wählbaren Filter gezielt belastende Frequenzbereiche aus – je nach Anwendungsgebiet und Arbeitsbereich. Für die perfekt auf Ihren Arbeitsplatz abgestimmte Schutzlösung bietet ForSec sowohl lineare gleichmäßig über alle Frequenzbereich dämmende Filter, als auch industrielle Filter mit besonderer ungleichmäßiger Dämmung von Hoch – und Tieftonbereich an. Besonderheit: Die für die Verständigung wichtigen Sprachfrequenzen bleiben dabei gut erhalten, so dass die Anwender nicht lauter sprechen müssen um sich abzustimmen.

Die Otoplastik sitzt im Gehörgang und dichtet diesen ab ohne ein Fremdkörpergefühl im Ohr zu erzeugen. Wichtig ist, dass sowohl Wahrnehmbarkeit für Warnsignale als auch die Kommunikation mit den Kollegen erhalten bleibt. Hinzu kommt im Arbeitsalltag der essentiellere Aspekt des Raumhörens. Dies ist die Fähigkeit wahrzunehmen von wo ein Geräusch kommt z.B. Rangiersignal Gabelstapler. Durch Überdämmung geht das Raumhören verloren und erzeugt neues Unfallgefahrenpotenzial. Viel hilft viel ist daher auch im Bereich Gehörschutz der falsche Ratgeber.

Daher ist die Frage: „Welche Kombination aus Material und Filter passt zu mir?“, am besten nach einer Bewertung des Arbeitsplatzes bzw. des Einsatzortes zu beantworten. Gemeinsam entwickeln wir gern mit Ihnen eine Empfehlung für die für Sie optimale Kombination von Ohrstückmaterial und Filter.

Unser erfolgreichstes Produkt:  Silikon-Otoplastik mit DI-Filter

Wie lange hält eine Otoplastik im Vergleich zu 
Standard-Gehörschutz?

Eine maßgefertigte Otoplastik kann bis zu 6 Jahre halten. Das ist bei regelmäßiger Reinigung und guter Pflege möglich. Das Ohr ist ein Organ, das sich im Laufe des Lebens verändert (z.B. auch bei Gewichtsschwankungen). Daher wird die Funktionskontrolle des angepassten Gehörschutzes alle drei Jahre wiederholt um die Leistungsfähigkeit und Schutzwirkung zu dokumentieren. 

Aufgrund des hervorragenden Preis- Leistungsverhältnisses von Otoplastiken und der ausgezeichneten Anwenderakzeptanz fördern Berufsgenossenschaften die Anschaffung fiskalisch. Das Anschaffungsbudget lässt sich dadurch erheblich reduzieren.

Durch die langen Lebenszyklen sind Otoplastiken auch erheblich nachhaltiger als Standardgehörschutz.

Kontakt

Die Langlebigkeit im Vergleich zu anderen Gehörschützern ist das Argument für das bessere Preisverhältnis. Auch wenn im ersten Schritt mehr Geld investiert werden muss, auf Dauer ist ein individueller Gehörschutz in vielerlei Hinsicht vorteilhaft für ein Unternehmen:

  • Hoher Tragekomfort für den Anwender, dadurch
  • hohe Akzeptanz, besserer Gehörschutz mit dokumentierter Sicherheit am Arbeitsplatz und
  • langfristig Kostenersparnis für das Unternehmen.


Auch wenn es sich erst teuer anhört,  Otoplastiken sind langfristig erheblich günstiger als vermeintlich billigere Standard-Lösungen. (Grafik © ForSec)
Auch wenn es sich erst teuer anhört, Otoplastiken sind langfristig erheblich günstiger als vermeintlich billigere Standard-Lösungen. (Grafik © ForSec)
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